Ein erfülltes Jagdhundeleben

Max vom Moosbach ZB. Nr.707/96 gewölft am 17 April 1996, aus Heike KS vom Moosbach, nach Jockel vom Bockhöft. VJP 72P, AH; Derby2; Solms1; HN; Zuchtschau in Faberhof V2.

„Der Max, des war halt a Hund...“ – so schwärmt Gerd, sein einstiger Herr, noch heute von seinem treuen Vierläufer, wenn wir zusammen im Revier unterwegs sind.
Das brachte mich auf die Idee, einige seiner Geschichten, die er von seinem Max zu erzählen hat, aufzuschreiben.

Er war der beste „Hasenhund“, den er je hatte:
Es gab keinen krank geschossenen Hasen, den Max nicht erfolgreich nachgesucht hätte. Da ging kein Hase verloren; er fand selbst die, die von den Mitjägern längst aufgegeben waren: „...den find` er nimmer, der hat nix ghabt...“. Mit bester Nase und grenzenloser Ausdauer suchte Max, bis er fand! Verfogte er einen beschossenen Hasen sichtig, konnte er sofort dessen Spur aufnehmen, wenn er ihn aus den Augen verloren hatte. So waren er und sein Herr auch immer gern gesehene Gäste auf fremden Treibjagden, weil man die Zuverlässigkeit von Max hoch schätzte!

Beim Stöbern war er hart gegen sich selbst: Keine noch so dichte Dornenhecke hielt ihn auf, stets war sein Tun von Erfolg gekrönt! Und welcher Führer ist nicht stolz, wenn sein Hund den Schützen das Wild vor die Flinte treibt...

Robustheit und Durchhaltewillen bewies er auch bei der Entenjagd: Unermüdlich apportierte er aus dem breiten Main, auch bei Eiseskälte und starker Strömung, der er seine Arbeitsweise anzupassen wusste – er nutzte die Drift, anstatt dagegen anzuschwimmen!
Wenn es schnell gehen musste, so nahm er gleich zwei Enten auf, die er ordnungsgemäß ablieferte.

Die Raubwildschärfe von Max ist beinahe legendär: Steckte ein Marder in einem Holzstoß, so wich der Hund nicht von der Stelle. Er wartete manchmal so lange, bis sein Herr Flinte und Jagdkollegen aus dem Dorf herbeigeholt hatte, um den Marder herauszuklopfen – oftmals tat Max ihn ab und kein Schuss fiel.

Eine kleine Anekdote dazu:
Der Friseur, bei dem sich Gerd regelmäßig die Haare schneiden ließ, hatte einen riesigen Kater. Der saß immer auf dem Torpfosten vor Gerds Hof und begutachtete den angeleinten Max von oben. Der Friseur stand einst in seiner Tür, beobachtete dies und rief Gerd zu: „Bass fei auf, der wenn dein Hund erwischt, hat er kaana Aagn mehr...“. (Übersetzt: „Gib`Acht, wenn mein Kater deinen Hund erwischt, dann kratzt er ihm die Augen aus.“)
Schelmisches Lächeln war die Antwort...
Irgendwann später, im Revier, weitab des Ortes, freilaufender Max, eine dichte Hecke, kurzer Sprint, heftige Kampfgeräusche – Stille!
Der nächste Friseurbesuch wurde so lange wie möglich hinausgeschoben, war aber irgendwann nicht mehr zu umgehen: „Mei Koder is scho lang nimmer hamkumma, waast du wos?“ („Mein Kater kam schon lange nicht mehr nach Hause, weißt du etwas?“)
Gerd: „Ich weiß nur, dass Max nach wie vor zwei gesunde Augen hat...“
Schulterzucken beim Barbier!
Der anschließende Haarschnitt lief problemlos ab – alle Ohrläppchen blieben heil!
Heute ruht Max an einem ausgewählten Ort in „seinem“ Revier, in dem er ein erfülltes Jagdhundeleben genießen durfte.

Dass Max nicht nur ein ausgezeichneter Jagdhund war, sondern auch ein sehr schöner Vertreter seiner Art, dokumentiert seine Beschreibung anlässlich der Zuchtschau in Faberhof vom 12.7.98: „Prächtiger Rüde mit typisch(em), dabei doch elegantem Kopf, sehr gute Aufrichtung, einwandfreie Seitenlinien, ganz hervorragende Unterlinie, Bewegung und Winkelstellung einwandfrei. Formwert: Vorzüglich 2“