Nachsuche mit Condor vom Moosbach

Karl Loos, Jagdvorsteher im GJR Achtel II (Raum Sulzbach-Rosenberg), berichtet von der eindrucksvollen Leistung des erst 18 Monate alten DK Rüden Condor vom Moosbach:

Am 3. Dezember wurden im Revier Achtel II, durch einen Jagdgenossen Sauen gefährtet. Nach Rücksprache mit dem stellvertretenden Jagdvorsteher und dem Revierinhaber enschieden wir, eine Drückjagd zu organisieren, Jagdleiter ist Karl Loos. Nach ca 2 Stunden hatten die Schützen ihre zugeteilten Stände eingenommen.
Eine Rotte mit 4 Sauen steckte in einer Dickung und war vorerst nicht in Bewegung und zum Flüchten zu bekommen. Erst als die vier Hunde (drei Jagdterrier und ein Deutsch Langhaar) die Dickung lauthals stürmten, kamen die Sauen in Bewegung. Der sehr wildscharfe Deutsch Langhaar packte eine Sau, wurde jedoch sofort geschlagen, sodass er in der Tierklinik versorgt werden mußte.

Auf der Flucht Richtung Staatsrevier Rinnenbrunn wurden drei Sauen beschossen, eine konnte die Dickung unbeschossen verlassen. Sau Nr.1 verendete unmittelbar am Anschuß. Sauen Nr 2, 3 und 4 flüchteten ins Nachbarrevier Rinnenbrunn. Den zuständigen Revierförster, Forstamtsrat Henkel, konnte ich erst gegen 21 Uhr erreichen, da er anderweitig beruflich im Einsatz war. Nach Rücksprache und Darlegung des Sachverhaltes entschlossen wir uns, uns am nächsten Tag um 9 Uhr am Anschuss zu treffen.

Zur Nachsuche forderte ich den DK Rüden Condor vom Moosbach an. Besitzer ist Herr Albrecht Thümmler aus Neukirchen. Diesen Rüden hatte ich im Herbst als Richterobmann auf der Brauchbarkeitsprüfung gerichtet, er hatte mir und meinen beiden Mitrichtern eine hervorragende Schweißarbeit gezeigt.

Der Sohn von Herrn Albrecht Thümmler, Joachim Thümmler (Erstlingsführer), erschien mit dem Rüden. Nach der Einweisung setzte Herr Joachim Thümmler Condor zur Nachsuche am Anschuss an.

Forstamtsrat Henkel und ich begleiteten das Nachsuchengespann mit geladener Büchse. Nach kurzer Zeit und ca. 100m kam der Hund auf ein Fährtengewirr von gesunden und zwei Krankfährten. Der Rüde folgte einer Krankfährte sehr zielstrebig. Im weiteren Verlauf wurde die Nachsuche sehr erschwert, da diese immer wieder durch bürstendichte Dickungen und Gestrüpp ging. Der Hund arbeitete sehr ruhig, buchstabierte die Fährte aus, zeigte mehrere Wundbetten und stand nach weiteren 200m an der verendeten Sau (65Kg).

Nach einem Waidmannsheil war die Frage: Wo ist Sau Nr. 3?

Hundeführer Joachim Thümmler trug Condor ab, ging zu dem Fährtengewirr zurück und setzte den Rüden auf einer der beiden Krankfährten an. Der junge Rüde suchte sich die noch nicht gearbeitete Fährte und folgte dieser in der oben genannten Weise sehr ruhig und konzentriert. Wieder ging es durch Gestrüpp und Dickungen, zwei weitere Wundbetten wurden von dem Hund sauber verwiesen.

Nach ca 2km brach plötzlich die kranke Sau aus den Wundbett und flüchete sehr schnell. Forstamtsrat Henkel brach die Nachsuche ab und enschied, die Sau weiter krank werden zu lassen, um zum Erfolg zu kommen.

Am Nachmittag gegen 14.30 Uhr setzen wir die Nachsuche fort. Joachim Thümmler setzte Condor erneut am letzten Wundbett an, der folgte der Wundfährte weiter, wobei der Schweiß immer weniger wurde. Nach weiteren 700m konnte der Rüde keinen Schweiß mehr zeigen. Kurz darauf brach Forstamtsrat Henkel die Suche ab. Nach übereinstimmender Meinung war die Sau immer gesünder geworden, was typisch für einen Laufschuss ist.

Forstamtsrat Henkel war von der Arbeit des Nachsuchen-Gespanns sehr angetan und lobte diese überzeugende Nachsuchenarbeit.

Mein Kommentar: Super Nachsuchenarbeit! Zukünftig kann ich bei eventuell anstehenden Nachsuchen sehr ruhig reagieren, da ich in meiner näheren Umgebung ein zuverlässiges Nachsuchengespann weiß.

Ihnen, Herr Albrecht Thümmler, und auch Ihnen, Herr Joachim Thümmler, weiterhin viel Erfolg und Waidmannsheil sowie Glückwunsch zu Ihrem Super-Rüden Condor vom Moosbach.

Achtel den 18.01.2011 Karl Loos.

Condor vom Moosbach anlässlich seines Derbys mit seinen stolzen Besitzern Eheleute Albrecht und Erna Thümmler.